Kardinal-von-Galen-Grundschule Dülmen-Merfeld

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Geändert: 28.09.2016  
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Clemens-August Kardinal-von-Galen

Die katholische Grundschule in Dülmen-Merfeld erhielt den Namen Kardinal-von-Galen-Schule in Erinnerung an das Leben und Wirken eines Geistlichen, der sich in einer Zeit der Unmenschlichkeit für Menschenrechte und Menschenwürde eingesetzt hatte.  


Kardinal von Galen in Merfeld

Clemens August Graf von Galen wurde am 16.3.1878 auf Burg Dinklage (Kreis Vechta) als elftes von 13 Kindern geboren. Die Erziehung im Elternhaus war von einer tiefen Religiosität geprägt. Mit seinem jüngeren Bruder Franz verband ihn bis zum Tode ein sehr enges Vertrauensverhältnis. Nach einem kurzen gemeinsamen Philosophiestudium trennten sich ihre Wege und Clemens August begann die theologischen Studien in Innsbruck und vollendete sie in Münster/Westfalen, wo er am 28.5.1904 zum Priester geweiht wurde. Während des Ersten Weltkrieges und der Nachkriegsjahre wirkte er ihn Berlin. 1929 kam er als Pfarrer von St. Lamberti nach Münster zurück, wo er am 28.10.1933 zum Bischof von Münster geweiht wurde. Die Zeit seines Wirkens als Bischof fiel zusammen mit der NS-Gewaltherrschaft. In einem Fastenbrief wandte er sich 1934 öffentlich gegen die Ideen des Nationalsozialismus. Mit seiner schonungslosen Anklage gegen die Vertreibung von Ordensleuten, Beschlagnahmung von Klöstern und vor allem gegen den organisierten Mord an Behinderten erlangte von Galen 1941 weltweite Popularität. Nach Kriegsende setzte er sich für Kriegsgefangene und Vertriebene ein. Am 18.2.1946 wurde Bischof Clemens August von Galen in Rom zum Kardinal ernannt. Am 16.3. 46 kehrte er mit großem Jubel der Bevölkerung nach Münster zurück und starb nur 6 Tage später an den Folgen eines Blinddarmdurchbruchs im Franziskus-Hospital in Münster.

Nach dem Tode schrieb Franz von Galen über die Beziehung zu seinem Bruder folgendes: „Solange ich denken kann, habe ich jeden Gedanken mit ihm geteilt, und nicht eine einzige Stunde unseres Lebens sind wir uneinig gewesen.“ […] er war der treueste Gefährte meines Lebens und beste Freund“. Franz von Galen hatte eine besondere, enge Beziehung zu Merfeld, denn 1930 zog er mit seiner Frau Antonia Reichsfreiin von Weichs zur Wenne und den zehn Kindern nach Haus Merfeld, das zuvor Franz von Papen bewohnt hatte. Auch Franz von Galen offenbarte öffentlich, wie sein geistlicher Bruder,  seine ablehnende Haltung gegenüber der NS-Ideologie. Im August 1944 wurde Franz von Galen festgenommen. Von der Gestapo befragt, wie er zu den Predigten seines Bruders stehe, antwortete er, dass er sie „Wort für Wort unterschreibe“. Die Gestapo brachte ihn, ohne Angabe von Gründen, in das Konzentrationslager Sachsenhausen. Bischof Clemens August war schockiert und war wie Freunde und weitere Angehörige überzeugt davon, dass sein Bruder Franz bestraft wurde, weil sich die Nationalsozialisten nicht an ihn selbst herangewagt hatten. Franz von Galen überlebte und trat in der Nachkriegspolitik noch einmal hervor, als er sich öffentlich für die CDU und gegen das Zentrum aussprach und diese Entscheidung in einer Rede am 4.10.1946 in Merfeld verteidigte. Nach 23 Jahren übersiedelte er 1953 von Haus Merfeld nach Schloss Darfeld und starb dort am 9.10.1961.
2005 wurde der Kardinal selig gesprochen.